12.007.2006 Nachwuchs beim Wild

Presseinformation 12.07.2006


Jäger appelieren an Natur- und Tierfreunde:
Lasst den Tieren ihre Ruhe


In den letzten Wochen hat sich bei allen heimischen Wildarten Nachwuchs eingestellt.
Die Kreisjägerschaft Remscheid appelliert deshalb an alle Natur- und Tierfreunde, darauf Rücksicht zu nehmen und den Tieren in Wald und Feld jetzt Ruhe zu gönnen.

Um Jungtiere zu schützen ist es jetzt besonders wichtig, dass Hunde außerhalb der Wege nicht ohne Leine laufen. Aber auch Hundehalter, die sich des Gehorsams ihres vierbeinigen Begleiters nicht völlig sicher sind, sollten jetzt generell auf das Freilaufen lassen verzichten, denn sie stellen eine potentielle Gefahr für das Wild dar. Allein in dieser Woche wurden bereits zwei Rehkitze von freilaufenden Hunden so schwer verletzt, dass sie keine Überlebenschance hatten. Die Dunkelziffer ist wahrscheinlich noch wesentlich höher.
Auch Wiesen und Weiden sollten nicht betreten werden. Sie sind ein bevorzugtes Versteck für viele Vogelarten, Hasen und Rehkitze.
Immer wieder kommt es vor, dass Spaziergänger Jungtiere oder Nester finden und vermuten, sie seien von den Elterntieren verlassen.
In den meisten Fällen ist das aber nicht der Fall, denn viele Wildtarten lassen ihren Nachwuchs aus biologischen Gründen oft stundenlang allein.
In diesen Fällen gilt, den Tiernachwuchs auf gar keinen Fall zu berühren oder mit nach Hause zu nehmen.

Allein schon durch das Anfassen haftet zum Beispiel Rehkitzen oder Junghasen menschlicher Geruch an, der verhindert, dass die Tierkinder von ihren Eltern weiter versorgt werden. Auch Vögel verlassen bei Störungen das Nest, die Eier oder Jungvögel.
Der Versuch, Jungtiere mitzunehmen um sie selbst großzuziehen ist fast immer zum Scheitern verurteilt. Die Überlebenschancen der Jungtiere sind gleich null, denn dem speziellen Nahrungsbedürfnis kann nicht entsprochen werden. Hinzu kommt ein erheblicher Stressfaktor für das Wild.

In dieser Jahreszeit kann es vorkommen, dass sogar am Tage junge Füchse beobachtet werden. Schon aus eigenem Interesse gilt, bitte auf gar keinen Fall berühren, den ein Verdacht auf Tollwut kann nie ausgeschlossen werden.
Wenn Wild gefunden wird, dass krank oder verletzt erscheint, sollte immer der zuständige Jäger, Förster oder die Polizei verständigt werden.

Relativ neu für weite Teile Remscheids ist die ständige Präsens von Wildschweinen. Hier ist größte Vorsicht geboten. Wildschweine – sie können auch bei uns weit über 100 Kilo Lebendgewicht erreichen - bleiben immer in der Nähe der „Frischlinge“ und nehmen eine Störung oder Bedrohung ihres Nachwuchses durch Zwei- oder Vierbeiner sehr übel. Sie können Mensch und Hund angreifen und erheblich verletzen. In Revieren mit „Schwarzwildvorkommen“ sollten Spaziergänger und Freizeitsportler deshalb unbedingt auf den Wegen bleiben und den Tieren ihre Ruhe lassen!


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